Zoff im Stadtrat: Seinsch weg, Kiefer von der Rolle
Sein Akku habe geblinkt, das müsse man in seinem Alter ernst nehmen. So hatte Walther Seinsch (68) von PRO AUGSBURG zu Wochenbeginn über die Augsburger Allgemeine seinen Rückzug nach gerade einmal fünf Monaten Stadtratszugehörigkeit begründet. Ein Paukenschlag, den selbst Mitglieder der eigenen Fraktion nur aus „der Zeitung“ erfahren hatten. SPD-Fraktionschef Stefan Kiefer (39) – nicht unbedingt ein Mann des bedächtigen Wortes – hatte daraufhin sofort öffentlich losgepoltert und den Begriff „Wählertäuschung“ ins Spiel gebracht. Seinsch, so Kiefer, habe mit seinem Namen und seinem Amt viele Wähler für pro Augsburg gewonnen. Das habe letztlich das Wahlergebnis bestimmt und PRO AUGSBURG den Erfolg beschert. Beate Schabert-Zeidler, Fraktionschefin von PRO AUGSBURG, hatte die politische Bewertung Kiefers „menschenverachtend“ genannt und betont, dass es in der Vergangenheit noch nie politische Diskussionen gegeben habe, wenn ein Stadtrat sein Amt niedergelegt hat. Für Zündstoff und Lunte war im Vorfeld der Stadtratssitzung am 2. Oktober also gesorgt.