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Freitag, 09.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

FCA

FCA: Beinahe-Revolution auf dem Schlossberg

Der FC Augsburg hat am gestrigen Sonntag mit einem Paukenschlag den 8. Spieltag der Fußballbundesliga beendet. Auf dem Heidenheimer Schlossberg gelang dem FCA nach einem intensiven Lauf- und Kampfspiel ein 5:2 Auswärtssieg, der beinahe alles auf den Kopf stellte, was man von den Augsburger Kickern bisher gewohnt war.

Von Siegfried Zagler

Der unvermeidliche Wermutstropfen: Selbstinszenierung der FCA-Ultras – Foto: Udo Legner

Dabei fing es wie gewohnt an: Der FCA leistete sich in der Abwehr grobe Schnitzer, war nach vorne harmlos und ohne jede Kreativität, während der FCH Ball und Gegner laufen ließ, schnelle Umschaltmomente hatte und dem 3:0 näher war, als der FCA dem Anschlusstreffer. Heidenheims Führung war dem Spielverlauf angemessen – und wäre auf dem Schlossberg für die Bundesliga-Aufsteiger das 3:0 gefallen, hätte sich niemand unter den Augsburger Journalisten auf der engen Pressetribüne gewundert. Jess Thorups Aufstellung wurde kritisch hinterfragt: „Gumny bringt nach vorne zu wenig, warum ersetzt er Iago? Wie kann man mit drei Rustikalfußballer (Michel/Tietz/Jensen) den Angriff bilden, wenn man einen Beljo und einen Maier hat?“

Dann folgte der glückliche Anschlusstreffer von Tietz nach einem langen Eckball, dem ein schwerer Heidenheimer Stellungsfehler vorausging. Der erste Torschuss eines bis dahin unterlegenen FCA brachte in der 29. Minute den Ergebnisanschluss aus dem Nichts. Auch das 2:2 der Augsburger war in der Entstehung mehr dem Zufall geschuldet, als einer Augsburger Offensivstruktur. Und auch die Führung des FCA, nach einem schnellen Umschaltmoment der einzige FCA-Treffer aus dem Spiel heraus, wurde von Heidenheim schwach verteidigt. Doch immerhin hatten die Augsburger zu diesem Zeitpunkt deutlich mehr Zugriff auf das Spiel.

Um es zu vereinfachen: Es waren Heidenheimer Geschenke, die den FCA mit einem Dreifachschlag zurück ins Match brachten und somit das Spiel von „den Füßen auf den Kopf“ stellten. FCA-Trainer Thorup wurde nach dem Spiel öfter gefragt, ob er das Zurückkommen seiner Mannschaft erklären könne, und Thorup sprach vom „Glauben daran“ und vermied die kaum erträgliche Phrase „Moral gezeigt“ oder ähnlichen Trainersprech, wenn es darum geht, die Kategorien „Glück und Zufall“ zu umschiffen.

In Halbzeit zwei ging Thorups Aufstellung tatsächlich auf. Der FCA spielte genau den Fußball, den er eigentlich immer spielen müsste: Hellwach und im Ballbesitz nach vorne orientiert, ohne dabei das defensive Absichern zu vernachlässigen. Jeder Spieler wollte den Ball und in jeder Aktion war Tempo. Die Heidenheimer wurden mit ihren eigenen Waffen geschlagen. In fast jeder Spielsituation war Wille und Form angelegt. Die zweite Halbzeit hätte man als Augsburger Revolutionsgemälde verkaufen können, hätte Phillip Tietz einen hervorragend getimten Konter nicht gar so kläglich vergeben.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass das halbakademische Systemgerede ziemlich uninteressant wird, wenn eine Mannschaft als Mannschaft auftritt. Der Kicker will beim FCA ein 4-2-3-1 gesehen haben, DAZN ein 4-2-2-2, was es wohl eher trifft, da weder Michel, noch Tietz, noch Demirovic als Spitze agierten. Festzuhalten ist auch, lässt man Demirovic als Zehner gelten, dass beim FCA nach vorne ein spielstarker Achter fehlt(e). Vielleicht wächst Engels in diese Position noch hinein, von Rexhbecaj darf man das nicht erwarten. Nach dem 4:2 legte FCA-Trainer Thorup den Hammer beiseite und wechselte defensiv. Dass ab der 80. Minute fünf gelernte Verteidiger auf dem Feld waren und sich dennoch beim FCA nach vorne mehr bewegte als in den ersten 20 Minuten, gehört ebenfalls zum seltsamen Skript eines schwer zu verstehenden Spiels.

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