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Freitag, 09.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

FCA

FCA: Es kann nur einen geben – oder warum Marcelo Bielsa der beste FCA-Trainer wäre

Warum der FCA nun auf einen Trainer wie Marcelo Bielsa setzen sollte

Kommentar von Siegfried Zagler

FCA-Ikone Helmut Haller Foto: FCA

Die wilden Schlagzeilen rund um den FCA haben sich in Luft aufgelöst. Fußball-Deutschland steht unter dem Eindruck des Europa League-Finales, das zwei Mannschaften zusammen mit ihren Fans gestalteten, um Europa und der Welt zu zeigen, dass Tradition im Zusammenwirken mit den alten Werten des Fußballsports mehr wiegt als der moderne Irrsinn der großen Geldklubs wie Real Madrid, Barcelona, Paris, Manchester, Liverpool, Bayern München und (…). Diese Liste ließe sich lange weiterführen.

Das extern zugeführte Geld von Staatsregierungen, Hedgefonds, Investorenanleihen, Großkonzernen oder Investorengruppen hat aufgrund der Konkurrenzsituation der mit „Fremdgeld“ gesegneten Klubs zu einem überhitzten Markt geführt, der den europäischen Fußball in ein Mega-Business überführte, das dem Fußball insgesamt eine Entfremdung gebracht hat, die u.a. dazu geführt hat, dass alle Großklubs gleich agieren: Welttrainer beschäftigen und Fußballartisten Unsummen dafür bezahlen, dass sie das Publikum verzaubern und dabei die Champions League gewinnen können.

Wer es nun mit dem FC Augsburg hält, darf auf diese Geldklubs nicht verächtlich mit dem Finger zeigen, denn ohne das Fremdgeld von Großinvestor Walther Seinsch und Investor Klaus Hofmann sowie dem Infrastruktur-Sponsoring der Stadt Augsburg hätte sich der FCA nicht dergestalt rasant entwickelt, wie das in den vergangenen fünfzehn Jahren der Fall war. Die Augsburger Investoren haben den FC Augsburg in einen hohen Orbit geschossen und auch frisches Geld zugeführt, wenn es nötig war. Und sie haben den FCA in allen Bereichen geführt, beherrscht und bestimmt. Denn schließlich profitiert auch die Mittelklasse vom überhitzten Markt, weshalb das „Geschäftsmodell FCA“ für die beiden Geschäftsleute Seinsch und Hofmann eine kalkulierte Investition bedeutete, auch wenn sie es nach außen stets als Herzensangelegenheit verkauften und den FCA als Familien-Modell vermarkteten.

Dass beim FCA die Investoren im operativen Geschäft das Sagen hatten, war ein schwerer Geburtsfehler, der sich mit dem Abgang von Klaus Hofmann selbst geheilt hat. Kurzum: Dass Klaus Hofmann und Markus Weinzierl Knall auf Fall den FCA verlassen haben, waren gute Nachrichten. Die neuen Umstände öffneten dem FCA eine große Türe und einen breiten Weg für einen Neuanfang, der längst nötig war – und nun, so die Hoffnung, gestartet wird.

Nach der Rückkehr des FCA in den Profifußball darf man nun sogar von einer zweiten Geburt des FCA sprechen. Der Anfang muss gelingen, weshalb mit der aktuellen Trainerfindung die Weichen für die Zukunft gestellt werden sollten. Der neue FCA-Trainer muss über eine Saison hinausdenken können, mehr wollen, als einfach nur das nächste Spiel gewinnen, ein Charakter sein, kein Karrieretyp, kein Phrasendrescher von der Stange. Ein Besessener und zugleich ein kühler Analytiker, der das Augsburger Scouting verbessern würde und die gesamte sportliche Struktur des FCA mit gestalten sollte.

Im deutschsprachigen Raum käme also nur Christian Streich in Frage. Da Streich Freiburg nicht verlassen wird, wäre der Österreicher Gerhard Struber ein Top-Kandidat. Struber hat es als Fußballtrainer von Kärnten/Wolfsberg nach New York zu Red Bull geschafft. Eine Melange, die zu Augsburg passen würde: Provinz und Weltstadt; Modernität und Tradition. Doch weder Streich noch Struber könnten mithalten, würde es der FCA schaffen, Marcelo Bielsa zu verpflichten. Mit Bielsa würde der FCA den Vogel abschießen, von dem man in Augsburg bisher nur zu träumen wagte.

Marcelo Bielsa ist auf dem Markt und gehört zu den anerkanntesten Trainern des europäischen Fußballs, ohne dass er großartige Erfolge vorzuweisen hätte. Er wäre ein Trainer, der zum FCA passen würde, wie Mozart zu Wien oder Goethe zu Weimar. Einer, der sich nicht mit Geld locken lässt, sondern auf Mittelstandklubs steht, die er mit System und Akribie nach oben treibt. Stefan Reuter und Michael Ströll wissen es längst: 38 Punkte sind kein Versprechen mehr, mit dem man in der Stadt Augsburg bei den Fans punkten kann. Beim FCA muss ein neues Triebwerk gezündet werden, ein neuer Geist geschaffen werden – und Bielsa wäre dafür der richtige Mann.

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