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Samstag, 10.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

FCA

FCA: Kein Happy End gegen Bayer

Bis zur Schlussminute (90.+4) sah es im Heimspiel gegen den Tabellensechsten aus Leverkusen nach einem Happy End und dem ersten FCA-Sieg gegen die Werkself überhaupt aus. Doch dann wurden die Augsburger durch Tapsobas Ausgleichstor aus allen Träumen gerissen.

Von Udo Legner

Im Vergleich zur Partie in Wolfsburg setzte FCA-Coach gegen die zuletzt formschwachen Rheinhessen – nur acht Punkte aus den letzten neun Spielen – auf eine Viererkette. Für Gumny, Suchy, Oxford, Gruezo und Hahn (alle Bank) liefen Framberger, Uduokhai, Khedria, Vargas und Niederlechner auf.

Die ersten drei Spielminuten gaben eine Vorschau auf die kommenden 90 Minuten und dämpften erst einmal die Hoffnungen auf großes Kino. Die Augsburger liefen die Leverkusener früh an und unterbanden deren Kombinationsspiel noch bevor sie in Tornähe kamen. Auch beim FCA kam kein Spielfluss auf, da sich die Malaise der letzten Partien fortsetzte und es nach erfolgreicher Balleroberung den notorischen Fehlpass setzte

Filmriss führt zur FCA-Führung

Dieses unerquickliche Anfangsszenario wurde in der fünften Minute jäh beendet: ein FCA-Konter wurde von der Werkself abgefangen und schien mit Leon Baileys Rückpass auf Ersatztorhüter Niklas Lomb (für den verletzten  Hradecky) bereits geklärt. Doch dann brachte der Leverkusen-Keeper das Kunststück fertig, am Ball vorbei zu treten, was vom anlaufenden Niederlechner prompt zur unverhofften FCA-Führung (5.) genutzt wurde.

Ein Traumstart für den FCA und Wasser auf die Mühlen seines Trainers, dessen defensive Marschroute auf einmal aufzugehen schien.

Harmlose Augsburger vs. harmlosere Leverkusener

Die Gäste hatten nach dem Rückstand zwar weiterhin mehr Ballbesitz, kamen aber, von Eckbällen und Freistößen abgesehen, in der gesamten ersten Hälfte nicht gefährlich vor das Tor von FCA-Keeper Gikiewicz. Die abwartend agierenden Augsburger setzten bei ihren wenigen Kontern vor allem durch den sehr umtriebigen Niederlechner Akzente. In der 23. Minute setzte sich der Torschütze nach einem Abschlag von Gikiewicz gegen den früheren Nationalspieler Sven Bender durch, doch dann hämmerte er den Ball über das Gehäuse der Werkself. Auch den nächsten Aufreger gab es nach einem Augsburger Angriff. Caligiuri wurde als letzter Mann von Tapsoba mit dem Arm im Gesicht getroffen, was vom Unparteiischen Christian Dingert trotz vehementer Proteste der FCA-Spieler lediglich mit der gelben Karte geahndet wurde. Der folgende Freistoß (33.) aus etwa 20 Metern wurde von dem bis dahin völlig unauffälligen László Bénes recht kläglich vergeben.

Caligiuri demonstrierte in der 40. Minute einmal mehr die Augsburger Harmlosigkeit nach Standardsituationen, als er eine aussichtsreichen Freistoßposition nicht zu nutzen wusste. Kurz vor der Halbzeitpause kamen die Leverkusener doch noch zu ihrer ersten nennenswerten Torchance: im Augsburger Strafraum-Getümmel landete der Ball bei Schick, dessen Schuss aus zentraler Position (41.) von Raphael Framberger gerade noch verhindert werden konnte. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff kam es zu einem erneuten Duell zwischen Niederlechner und dem Leverkusener Schlussmann: Nach Ballgewinn gegen Tapsoba an der Grundlinie zog Niederlechner aus spitzem Winkel ab, doch diesmal zeigte sich Lomb auf dem Posten und konnte die Situation klären.

Fazit zur Halbzeit: Eine zwar glückliche, aber aufgrund des großen kämpferischen Einsatzes nicht unverdiente Führung für den FCA gegen die bislang harmlosen Gäste aus Leverkusen.

Leverkusen im Vorwärtsgang

Nach dem Seitenwechsel nahm das Spiel der Werkself deutlich an Fahrt auf und FCA-Keeper Gikiewicz rückte mehr und mehr ins Zentrum des Geschehens. Erst wehrte er einen strammen Schuss von Diaby (48.) und nur wenig später eine gefährliche Hereingabe des Franzosen vor Schick ab (52.). Noch mehr Dramatik auf der Gegenseite, wo ein bereits erfolgter Elfmeterpfiff für Augsburg – Niederlechner war im Strafraum zu Fall gekommen – jedoch wegen einer vorangegangenen Abseitsstellung von Vargas zurückgenommen (55.) wurde. Kurz darauf scheiterte der Schweizer spektakulär per Hacke an Lomb (59.).

Leverkusen versuchte sein Glück in der Folge mit hohen Bällen auf seine beiden Sturmspitzen, brachte aber auch gegen die neu formierte FCA-Defensive – Robert Gumny für Framberger (72.), Jan Moràvek für Bénes (73.), Reece Oxford für Caligiuri (79.) – außer einem Volleyschuss von Frompong, der über Gikiewicz Kasten rauschte, wenig zustande.

Schock in der Schlusssekunde

Nachdem Gikiewicz in der 90. Minute Damirbays Schuss pariert hatte, sah alles nach dem ersten FCA-Sieg gegen die Leverkusener aus. Doch mit dem letzten Angriff der Gäste nahm das Schicksal seinen Lauf: Der eingewechselte Gray brachte den Ball auf der rechten Aussenbahn flach in die Mitte und der frei stehende Tapsoba erzielte zum Entsetzen der Augsburger den Last-Second-Treffer (90.+4) zum 1:1 Endstand. Mit diesen gleichsam im Abspann erlittenen Punktverlusten versäumte es der FCA, den Abstand auf die Abstiegsplätze zu vergrößern, weshalb es in den beiden anstehenden Partien gegen die Abstiegskonkurrenten Mainz (Sonntag, 15.30 Uhr) und Hertha BSC fast schon um Alles oder Nichts geht.

FC Augsburg: Gikiewicz – Framberger (72. Gumny), Uduokhai, Gouweleeuw, Pedersen – R. Khedira, Strobl – D. Caligiuri (79. Oxford), Bénes (72. Moravek), Vargas (66. Hahn) – Niederlechner (79. M. Richter)

Tore: 1: 0 Niederlechner (5.), 1: 1 Tapsoba (90.+4)

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