DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Donnerstag, 08.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Gastbeitrag

Freistoß der Meinung vom Elfmeterpunkt

Nun ist die Hysterie der Wokeness also mitten in die seriöse Presse­land­schaft geschwappt. Der Leitartikel der Augsburger Allge­meinen vom 25. März – Man(n) muss sich für Männer schämen – liest sich wie Graffiti an der Brandmauer zum Boulevard.

Gastbeitrag von Dietmar Sigl

KI-Bild „Digitale Vergewaltigung“

Der vom Chef des AZ-Kulturressorts verfasste Leit­artikel dreht mit dem Deep-Fake-Drama des ehemaligen Ehepaares Collien Fernandes und Christian Ulmen – Kindern der leichten Muse der deutschen Unter­haltungs­branche – am Riesenrad des Rummels um gesell­schafts­politi­sche Ethik und Moral: Die Gruppe der Männer und das Verstummen an der Schwelle zur Frauen­verachtung.

Der authentischen Emotionalität und heißen Nadel des Textes ist dabei durchaus das Bemühen anzumerken, das intrin­sische Spannungs­feld privater und öffent­licher, realer und virtu­eller inter­sexueller Beziehungen auf die dia­lektische Ebene herunter­zu­brechen, um das Primat der Unschulds­vermutung im vor­liegenden Einzelfall nicht komplett medial dem post­modernen Kraken der politi­schen Korrekt­heit zu opfern. Aus den Echokammern akti­vistischer Halb­öffent­lich­keiten dringen jedoch grelle Parolen in das Wabern bourgeoiser Vernunft: Vergeltung der Frauen an den Männern! Männer aufhängen und kastrieren! Oder die softe Variante: Man(n) muss sich für Männer schämen! Eine Frage der Zeit, bis der Humbug im Bundes­tag auf­schlägt… (der Aufschlag im Landtag ist schon erfolgt!)

Die von Habermas evozierte digitale Fragmen­tierung der Öffent­lich­keit wird von dem substanz­losen Polit­postulat der Spaltung der Gesell­schaft pulveri­siert. In den Augen­winkeln der Paradigmen einer regel­basierten Ordnungs­macht lauern die systemi­schen Reservate der Eliten. KI-generierte Porno­malien rauben den Trieben die Unschuld und den Gerechten den Schlaf. Die monumen­talen Frage­zeichen der mensch­lichen Existenz, die ubiquitäre Falli­bilität unserer Erkennt­nis­fähigkeit karameli­sieren in der deindivi­duali­sierenden Globalität der realen Alltags­praxis zur Ideologie des kapita­listischen Proporzes, der die Rolle der prekären Majorität als Meme programmiert.

Den Lesenden des bürgerlichen Leitmediums Augsburger Allgemeine ist bei der Lektüre des besagten Leit­artikels das Früh­stücksei in die Luftröhre gerutscht. „Frauen empören sich über die Miss­stände. Männer schweigen. Das muss sich ändern.“ Ich kann nicht mehr, keucht der Lovepriest. Jo mei, japst die Gruberin. Ich schäme mich für mein Geschlecht, heult Jo Schück. Luisa Neubauer und Leonie Löwenherz haben sich ausgekotzt. Die semantische Manövrier­masse zwischen­mensch­licher Ver­ständi­gung denatu­riert im Speichel publi­zistischer Markt­schreierei zu einem einzigen blinden Fleck auf der hyper­trophen Big Gender Agenda.

gesamten Beitrag lesen »



Der Auftrag zur Erneuerung: Augsburgs demo­kratischer Gezeitenwechsel

Es gibt Tage, an denen eine Stadt tief Luft holt. Gestern Abend hat Augsburg genau das getan. Mit einem klaren Ergebnis von 56,58 Prozent für Dr. Florian Freund haben die Bürgerinnen und Bürger eine Entscheidung getroffen, die weit über das tages­politische Kalkül hinausreicht. Es ist ein Votum, das Respekt verlangt – Respekt vor dem Sieger, aber ebenso […]

gesamten Beitrag lesen »



Das Feuer der Unbeugsamen: Eine Weltgeschichte des Newroz

Von den zoroastrischen Wurzeln zur politischen Identität Heute, am 21. März 2026, erreicht die Sonne den Äquator. Tag und Nacht halten sich für einen flüchtigen Moment die Waage, bevor das Licht die Herrschaft über die Finsternis übernimmt. Es ist die astronomische Tagundnachtgleiche – ein Ereignis, das für über 300 Millionen Menschen zwischen dem Balkan, dem Hindukusch […]

gesamten Beitrag lesen »



Die Kraft der Hoffnung gegen den Wahnsinn der Welt

Am 4. März 2026 versammelte sich im Augustanasaal des Annahofs in Augsburg ein Publikum, das spürte: Es geht um mehr als eine gewöhnliche Vortragsveranstaltung. Das Bündnis für Menschenwürde Augsburg – Schwaben e.V. hatte eingeladen, Jörn Seinsch moderierte den Abend, und Heribert Prantl sprach über einen Satz, der wie eine Warnsirene durch die Geschichte hallt: „Wer in […]

gesamten Beitrag lesen »



Wer wir wirklich sind (2): Die Verlassenen des Erfolgs

Früher, als der Kaffee noch einen Euro kostete, saßen vor der amerikanischen Burgerkette am Königsplatz vier, manchmal drei, manchmal fünf Männer an den kleinen schwarzen Tischen. Ein hüfthoch gezogener Metallzaun umgab sie wie eine Invasion des Privaten ins Öffentliche – eine starre Besitzanzeige auf dem weiten Platz. Während die Wege in alle Richtungen Freiheit versprachen, […]

gesamten Beitrag lesen »



Wer wir wirklich sind: Eine Entdeckungsreise durch die vielen Gesellschaften unserer Stadt

Gastbeitrag von Sait Içboyun „Migranten aus Stein“: Aus Spanien und Portugal importiertes Pflaster am Königsplatz trotzt der Augsburger Witterung Am Königsplatz, dort, wo das Herz der Stadt am lautesten schlägt, herrscht an den Flanken eine seltsame Totenruhe. Inmitten dieser Szenerie stehen die Fahrräder, die niemand mehr will. Sie lehnen in den Ständern wie müde Trinker […]

gesamten Beitrag lesen »



DAZ-Buchtipps für die Zeit zwischen den Jahren

Vier Bücher hat Gastautor Dietmar Sigl für die DAZ gelesen: Bücher, die kein Genre eint, sondern ein Anspruch. Sie widersetzen sich der bequemen Lektüre, fordern das Denken heraus – historisch, kulturell, literarisch. Den Rezensenten faszinieren die Bücher dort, wo das zum System wird: Verwaltung als Macht­archi­tektur, Schach als Modell des Intellekts, Literatur als Seismo­graph gesell­schaft­licher […]

gesamten Beitrag lesen »



SPD Neusäß informiert über Zukunft und aktuelle Probleme des Nah­verkehrs

Am Montag, 24. November lud die SPD Neusäß zur Dis­kus­sion unter dem Titel „Wie gelingt ein attraktiver Nah­verkehr in Neusäß?“ nach Hammel in die Sport­gast­stätte Pee Nong ein. Zahl­reiche Besuche­rinnen und Besucher folgten der Ein­ladung und betei­ligten sich enga­giert an der Diskussion. Gastbeitrag von Georg Eller Die 3. Bürger­meisterin Susanne Höhnle er­öff­nete die Ver­an­stal­tung mit einer […]

gesamten Beitrag lesen »



Terra A: Stellungnahme zugunsten der Karmelitengasse in der Standortfrage Römisches Museum – Teil II

von Dr. Ernst L. Schlee Heute geht es weiter mit Teil II der Stellungnahme zum Standort des Römischen Museums in Augsburg. Den Teil I finden Sie hier. II. Im vorangegangenen Teil wurde festgehalten, dass die Römerstadt in der letzten Phase ihrer Existenz um weit mehr als die Hälfte ihrer Ausdehnung geschrumpft war. Bei gleich­bleibender Südgrenze […]

gesamten Beitrag lesen »



Terra A: Stellungnahme zugunsten der Karmeliten­gasse in der Standort­frage Römisches Museum

Von Dr. Ernst L. Schlee Nachdem man vernehmen konnte, dass die Karmeliten­gasse als Standort für ein neues Römisches Museum Aussicht auf Erfolg hat, erlaubt sich der Verfasser dieser Zeilen, seinen Zuspruch zu einer solchen Wahl zu äußern, deckt sie sich doch mit dem Vorschlag, den er bereits im Dezember 2014, zwei Jahre nach Schließung der […]

gesamten Beitrag lesen »