DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Sonntag, 11.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kultur

Kostenexplosion Mozarthaus: Stadt erklärt Mehrkosten

Die Stadt Augsburg, in diesem Fall vertreten durch Kulturreferent Thomas Weitzel, hat nach dem gestrigen DAZ-Artikel eine Stellungnahme abgegeben, die die extreme Kostensteigerung bei der Sanierung des Mozarthauses erklärt. Dabei wurden zuerst die Zahlen konkretisiert und bestätigt: Die ursprünglich ausgewiesenen Sanierungskosten haben sich um knapp 40 Prozent erhöht, nämlich von ursprünglich 564.000 Euro auf 926.000 Euro.

Von Siegfried Zagler

Thomas Weitzel: Kulturreferent der Stadt Augsburg

Zurückzuführen sei das Malheur darauf, dass bei der Ursprungsplanung im Mozarthaus Augsburg die partiell barrierefreie Erschließung, die Brandschutzertüchtigung und die Schaffung eines zweiten baulichen Rettungswegs unberücksichtigt blieb. Auch die Elektrik des Hauses müsse umfassend erneuert werden.

„Die derzeitige Kostenkalkulation weist Gesamtkosten von 926.000 Euro aus“, wie es im städtischen Schreiben heißt, die Begründung der großen Differenz zwischen Planungskosten und tatsächlichen Kosten liest sich wie ein Artikel aus dem Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes: „Die erste Kostenkalkulation in Höhe von 564.000 Euro basierte auf einer Schätzung der zu gestaltenden Quadratmeter Ausstellungsfläche anhand von Erfahrungswerten der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern (2.000 Euro/qm). Die Neugestaltung der Ausstellung beläuft sich nach wie vor auf diese Summe (…) Jedoch tauchten im Zuge der Neugestaltung Notwendigkeiten der Sanierung und Brandschutzertüchtigung am Gebäude auf.“

Damit räumt die Stadt ein, dass lediglich museumsfachliche Umgestaltungen ins Kostenportfolio eingepreist wurden, nicht aber die baulichen Maßnahmen, die erst im Lauf des Projekts aufgetaucht sind: „Während der Konzeption der Ausstellung ergab sich der Bedarf den bisherigen Küchenraum im Erdgeschoss künftig der barrierefrei zugänglichen Ausstellungsfläche zuzuordnen, da das gesamte Haus nicht barrierefrei erschlossen werden kann. Zusätzlich soll das bisherige Büro der Deutschen Mozartgesellschaft im zweiten Obergeschoss in einen Aktiv-/Sinnesraum umgestaltet werden. Dies wiederum setzt eine Nutzungsänderung der betreffenden Räume und damit die Notwendigkeit einer Brandschutzbegehung voraus.“

Aus dieser Begehung resultierten nun die Mehrkosten: Es seien brandschutztechnische Anforderungen wie die Erstellung eines zweiten Rettungsweges formuliert worden. Es weiteres Ergebnis: Die elektrischen Anlagen müssen ebenfalls aus Brandschutzgründen erneuert werden. Daraus resultieren Anpassungen bei der EDV und der Einbruchssicherung. „Dies konnte“, so die Stadt, „erst nach dem Entfernen der bestehenden Ausstellung ermittelt werden.“

Die Finanzierung der zusätzlichen Kosten scheint für das Kulturreferat nicht problematisch: „Der städtische Haushalt sieht statt zunächst 300.000 Euro für die Maßnahme nun 662.000 Euro vor. Die Ausgaben werden über die fürs Mozartjubiläum vorgesehene Haushaltsstelle „300 Jahre Leopold Mozart – 2019“ gedeckt, weitere Mittel in Höhe von mindestens 264.000 Euro sind von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, der Bayerischen Landesstiftung, dem Bezirk Schwaben sowie Spendern und Sponsoren in Aussicht angefragt beziehungsweise in Aussicht gestellt.

Mozarthaus in der Frauentorstraße 30 – Foto: Regio Augsburg

Das Mozarthaus soll ab dem 14. November (Leopold Mozarts Geburtstag) wieder für Besucher geöffnet werden. Dieser von der Stadt als Notfall-Zeitplan anvisierte Termin gilt als sehr sportlich gesetzt. Dass das Mozarthaus im Jubiläumsjahr fast durchgehend geschlossen bleibt, ist der verzögerten Vorbereitung des Projekts geschuldet – und ein kulturpolitischer Skandal.

gesamten Beitrag lesen »



Kostenexplosion bei Mozarthaus

Die Geburtsstätte von Leopold Mozart, Vater und Mentor von Wolfgang Amadeus, wird in Augsburg derzeit umgestaltet. Die Kosten der Baumaßnahme sind explodiert und werden sich nicht auf 546.000 Euro belaufen, wie es in der ursprünglichen Beschlussvorlage heißt, sondern haben die Summe von 900.000 Euro bereits überschritten. Bereits Anfang 2018 wurde die Renovierung des Gebäudes in der Frauentorstraße […]

gesamten Beitrag lesen »



Furioser Walkürenritt in der Kongresshalle

Was für ein Osterabend! Der Augsburger Wagner-Sänger Gerhard Siegel lud renommierte Kollegen aus aller Welt zur Oster-Benefiz-Gala für die Theatersanierung ein Von Halrun Reinholz Wagner in Augsburg geht gerade nicht so – zu viele Provisorien, zu schlechte technische Bedingungen. Aber das heißt nicht, dass beim Publikum kein Interesse vorhanden wäre. Zumindest hatte man diesen Eindruck […]

gesamten Beitrag lesen »



Auf Brechts Spuren in Berlin: Vortrag wird wiederholt

Der Vortrag „Der Morgen riecht immer nach Raubtieren“, der sich mit Brechts Spuren durch die Großstadt Berlin beschäftigt, wird wegen großer Nachfrage wiederholt. Dr. Michael Friedrichs biografische Brecht-Lectures zeugen von großer Kennerschaft und reichem Detailwissen. Mit detektivischer Genauigkeit zeichnet er aus Bildern, Notizen, Zitaten und anderen Artefakten ein erhellendes Bild von Brecht in seinem alltäglichen […]

gesamten Beitrag lesen »



Dylan-Day in Augsburg

Nach dem Vorspiel – der VHS-Reihe mit Vorträgen, Konzert und dem Scorsese Film „No Direction Home“ im Mephisto Kino – endlich der Höhepunkt: Bob Dylans erstes Augsburg Konzert am morgigen Samstag, den 20. April um 20 Uhr in der Schwabenhalle. Und natürlich darf spekuliert werden, welche Songs zu hören sind – interessant auch die Frage, was […]

gesamten Beitrag lesen »



Stadtteilbücherei Lechhausen vergrößert sich

Die Stadtteilbücherei Lechhausen ist momentan in einem Gebäude der Blücherstraße 1 auf ca. 200 Quadratmetern untergebracht. Bis zum Jahresende soll sie auf 570 Quadratmeter erweitert werden. Die Stadtteilbücherei Lechhausen ist zurzeit flächenmäßig die kleinste Zweigstelle der Stadtbücherei im größten Stadtteil Augsburgs. Auch der Eingang ist bisher sehr versteckt und von der belebten Schlössle-Kreuzung nur eingeschränkt […]

gesamten Beitrag lesen »



Teilschließung des Maximilianmuseums erst ab 23. April

Wegen Wartungsarbeiten und Vorbereitungsarbeiten für die Sonderausstellung „Maximilian I. (1459 – 1519). Kaiser. Ritter. Bürger zu Augsburg“ kommt es zu einer Teilschließung im Maximilianmuseum. Diese wurde vor kurzem für den 15. April bis zum 19. Mai angekündigt, hat sich aber nun auf den Zeitraum 23. April bis 19. Mai verschoben. Von der Teilschließung betroffen sind das Erdgeschoss (Sparda-Forum, Welserhalle […]

gesamten Beitrag lesen »



Schaezlerpalais präsentiert Daniel Biskups Wendejahre

Vom 14. April bis 30. Juni zeigt das Schaezlerpalais 100 Fotos des Augsburger Fotografen Daniel Biskup zum Fall der Mauer und dem Umbruch in der Sowjetunion. 30 Jahre ist es her, dass die Mauer in Deutschland fiel. Drei Jahrzehnte – und doch beschäftigt die Wende die Menschen bis heute. Sie ist die Erklärung für vieles, was den […]

gesamten Beitrag lesen »



Nicht nur Brecht im Brechthaus

Einen vergnüglichen Liederabend boten Karin Kurzendörfer und ihr hervorragender Pianist Stephan Kaller, auch als „Kapelle Kurzendörfer“ bekannt, in der heimeligen Wohnzimmeratmosphäre des Brechthauses, das dabei durchaus an die Grenzen seiner Kapazitäten gelangte.  Von Halrun Reinholz „Nicht nur Brecht“ war versprochen. Karin Kurzendörfer hatte sich die Mühe gemacht, nach Zeitgenossen Brechts zu recherchieren, die ähnliche Schicksale […]

gesamten Beitrag lesen »



5. Sinfoniekonzert: Hauptrolle für den Kontrabass

„Divertimenti“ waren angekündigt für das Sinfoniekonzert in der Kongresshalle. Mozart präzisiert: „Die Concerten sind eben das Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht.“ In Nordeutschland sah man zu der Zeit naserümpfend auf die „leichte“ Gebrauchmusik, die Mozart wie so vieles meisterhaft beherrschte. Davon konnten sich die Konzertbesucher bei dessen Divertimento Nr. 1 Es Dur überzeugen. […]

gesamten Beitrag lesen »