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Freitag, 09.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Parteien

SPD sieht Bewegung beim Kongress­parkhaus – und legt den Finger in die Wunde der CSU

In die seit Jahren festgefahrene Debatte um die Zukunft des Kongress­park­hauses kommt neue Bewegung. Ausgelöst wurde diese Dynamik durch einen Vorstoß des CSU-Orts­verbands Innen­stadt, der sich offen für konkrete Lösungen auf dem Areal zeigte. Die Augsburger SPD begrüßt diesen Impuls, nutzt ihn aber zugleich, um die inner­partei­lichen Wider­sprüche der regieren­den CSU deutlich zu machen.

Von Bruno Stubenrauch

Kongress am Park seit 2012 ohne Parkplätze

SPD-Stadtratskandidat Robert Kratzsch wertet die Initiative in einer Presse­mit­teilung vom Montag als positives Signal. Er betont, dass es der Stadt zugute­komme, wenn Kommu­nal­politik sich wieder ernsthaft und ohne ideo­logische Scheu­klappen mit Lösungen für solch einen sensiblen Ort ausei­nander­setze. Gerade beim Kongress­park­haus sei Offenheit gefordert, statt neue Vorschläge vorschnell zu den Akten zu legen.

Die SPD attestiert dem Vorsitzenden der Innen­stadt-CSU, Wayne Chico Pittman, eine konstruk­tive und lösungs­orien­tierte Haltung. Pittman hatte sich jüngst hinter das Wohn­projekt eines Investors gestellt, das auch eine große Tiefgarage vorsieht, um die prekäre Park­platz­situation um den Kongress am Park zumindest zu ent­spannen. So konkret hatte sich die Stadt-CSU in dieser Frage bisher noch nie positioniert.

„Stadtentwicklung muss aktiv gestaltet werden“

Gleichzeitig grenzt sich die SPD scharf von der gene­rellen Linie der CSU-Stadt­spitze ab. Die Sozial­demo­kraten kriti­sieren, dass während auf Stadtteil­ebene neue Ideen diskutiert werden, wichtige Projekte auf Ver­waltungs­ebene in den ver­gangenen Jahren häufig mit dem Verweis auf formale Hürden beerdigt worden seien. Darin sehen sie ein grund­sätz­liches Problem des aktuellen Führungs­stils im Rathaus.

Inhaltlich hält sich aber auch die SPD zur konkreten Aus­ge­stal­tung des Areals um das Kongress­park­haus bewusst zurück. Ob auf dem Gelände künftig Wohnungen entstehen oder andere Nutzungen sinn­voller sind, sei eine Frage der Abwägung. Unver­zichtbar sei jedoch eine tragfähige und nach­haltige Lösung für die Park­platz­situation rund um den Kongress am Park, das Dorint-Hotel und das umlie­gende Quartier. Die bisher ergriffenen, teils halb­herzigen Maß­nahmen reichten dafür nicht aus.

Mit Blick auf die Kommunalwahl 2026 verbindet die SPD die aktuelle Debatte mit einem klaren politischen Anspruch: Stadt­ent­wick­lung müsse wieder aktiv gestaltet werden – mit dem Mut zur Ent­schei­dung und ohne reflex­hafte Blockaden. Die jüngste Diskussion um das Kongress­park­haus zeige, dass dieser Anspruch not­wendiger denn je sei.

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