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Freitag, 09.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Parteien

Theatersanierung: Opposition greift Stadtregierung an

Die Sanierung des Staatstheaters wird sich weiter verzögern und deutlich teurer werden als ursprünglich geplant. Dies war die Kernbotschaft einer dreistündigen Informationsveranstaltung der Stadt am vergangenen Montag. Nun kritisiert die SPD/DIE LINKE- die soziale Fraktion die sprachliche Darstellung von Baureferent Gerd Merkle sowie die „aus dem Ruder laufende Kosten“ des Gesamtprojekts.

Dirk Wurm

„Um bei Kostensteigerungen von 160 Millionen von einer Punktlandung zu sprechen, braucht man ein gehöriges Maß an Fantasie. Die Stadtregierung hat offensichtlich noch immer nicht erkannt, dass uns die Kosten für die Sanierung und die geplanten Neubauten aus dem Ruder laufen“. Die SPD/Linke-Fraktion habe sich zwar in der letzten Stadtratsperiode stets zum Theaterstandort des großen Hauses (Bauteil I) am Kennedyplatz bekannt, aber dabei sei gefordert worden, dass bei den geplanten Neubauten (Bauteil II) aus Kostengründen ein Umdenken dringend notwendig sei.

So stellt SPD-Chef Dirk Wurm fest, dass „angesichts der massiven Kostensteigerungen es klug gewesen wäre, das Gaswerk als dauerhaften zweiten Standort in die Planungen der letzten 18 Monate miteinzubeziehen“, denn schließlich seien dort bereits über 50 Millionen Euro investiert worden und niemand wisse, wie es an diesem spannenden Ort der Kultur weitergehen werde, wenn das Staatstheater ausziehen wird.

Die Fraktion „SPD/ Die Linke“ befürchtet, dass die erheblichen Mehrkosten zu massiven Kürzungen in anderen Bereichen – insbesondere im Sozialen, der Bildung, des Sports und der Verkehrsinfrastruktur – führen werden. „Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass angesichts deutlicher gestiegener Preise für Gas und Strom, die finanziellen Spielräume auch für die Stadt deutlich enger werden. Jeder Euro, der für die sachgerechte Modernisierung des Staatstheaters benötigt wird, fehlt an anderer Stelle“, so Freund und Wurm unisono.

Freund florian

Dr. Florian Freund

Eine weitere Unsicherheit sehen Freund und Wurm in der Förderung durch den Freistaat Bayern. „Bis zu welcher Höhe der Baukosten der sogenannte „atmende Kostendeckel“ auch tatsächlich funktioniert, sprich der Freistaat die Kostensteigerung mitträgt und mitfördert, liegt vollkommen im Nebel. Hier brauchen wir dringen Klarheit, um am Ende nicht eine ganz böse Überraschung zu erleben.“

Den geplanten Neubau des „Kleinen Hauses“ hält die Fraktion architektonisch für gelungen, wenngleich zu erkennen sei, dass die ursprüngliche Intention des Theaterviertels am Kennedy-Platz weit darüber hinaus ging. „Städtebaulich ist vom ursprünglichen Gedanken, ein Theaterviertel im Zusammenspiel mit dem Fugger-Boulevard zu schaffen, nicht mehr viel übrig. Nicht nur weil auch der Fuggerboulevard nicht zu finanzieren sein wird. Dies ist ein herber Schlag für die Anwohner*innen und die Gewerbetreibenden rund um das Staatstheater, die sich dadurch eine Aufwertung ihres Quartiers erhofft haben.“

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Fall Merkle: FDP besteht auf „gerichtliche Klärung“

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Nachtragshaushalt 2022: Grüne und CSU begrüßen Klimagerechtigkeit der Augsburger Finanzpolitik

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