DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Donnerstag, 08.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Parteien

Italo auf deutschen Gleisen: SPD warnt vor Rosinenpickerei

Der angekündigte Markteintritt des italienischen Bahn­betreibers Italo im deutschen Schienen­fern­verkehr sorgt für politischen Widerstand. Die Augsburger Land­tags­abgeordnete Anna Rasehorn (SPD) fordert klare Regeln – und warnt davor, dass Augsburg zum Durch­fahrts­bahnhof werden könnte.

Von Bruno Stubenrauch

Italienischer Hochgeschwindigkeitszug (Symbolbild)

Ab 2028 will das italienische Bahn­unternehmen Italo auf deutschen Schienen fahren – geplant sind unter anderem die lukrativen Strecken München–Berlin und München–Dortmund, mit möglichst wenigen Zwischen­halten. Für Rasehorn ist genau das das Problem: Private Anbieter hätten einen starken wirtschaftlichen Anreiz, sich auf profitable Haupt­achsen zu konzentrieren – während weniger rentable Verbindungen und Regional­halte unter Druck geraten.

„Augsburg darf nicht zum Durch­fahrts­bahnhof werden, nur damit private Anbieter auf dem Papier ein paar Minuten schneller sind“, betont Rasehorn. Reise­zeit­gewinne im deutschen Netz seien ohnehin meist nicht durch höhere Geschwindigkeit möglich – sondern durch das Auslassen von Zwischen­halten wie Augsburg, Ulm oder Donau­wörth.

Querfinanzierung in Gefahr

Bislang wird der Schienen­fern­verkehr in Deutschland eigen­wirtschaftlich betrieben – ohne staatliche Bestellung wie im Nah­verkehr. Die Deutsche Bahn finanziert dabei weniger profitable Strecken intern quer. Genau dieses System könnte ins Wanken geraten, wenn Italo der DB auf den stärksten Achsen Fahrgäste abwirbt. SPD-Verkehrs­expertin Sabine Gross warnt: Städte wie Augsburg, Ingolstadt und Bamberg könnten laut einer Analyse der Eisenbahn- und Verkehrs­gewerkschaft EVG ihre ICE- und IC-Anbindung verlieren.

„Wir sagen Ja zum Wettbewerb auf der Schiene – aber nur unter fairen Bedingungen“, so Gross. Es könne nicht sein, dass ein Unter­nehmen ein Komplett­programm erfüllen müsse, während ein anderes sich die lukrativsten Verbindungen herauspicke.

Klare Regeln vor dem Markt­eintritt

Rasehorn fordert, große Markt­eintritte so lange zu verzögern, bis der Bund eine verbindliche Markt­ordnung geschaffen hat. Denkbar sei ein Modell, bei dem Fern­verkehrs­linien künftig in Paketen aus­geschrieben werden – attraktive und weniger rentable Strecken gemeinsam. Auch die Staats­regierung sieht sie in der Pflicht: Die SPD-Fraktion im Landtag hat einen Dringlich­keits­antrag eingebracht, der Bayern auffordert, sich in Berlin für klare rechtliche Rahmen­bedingungen einzusetzen.

„Wenn der Bund im Fern­verkehr keine klare Ordnung schafft, geraten am Ende Regional­züge, Takte und Halte unter Druck. Das kann niemand wollen“, so Rasehorn.

gesamten Beitrag lesen »



Grüne beantragen Informationen zum Kongress­parkhaus-Abriss

Die Stadtrats­fraktion von Bündnis 90/Die Grünen zeigt sich unzu­frieden mit der Stellung­nahme der Stadt zu den Vorgängen um den Teilabriss des Kongress­park­hauses. Sie hat deshalb für die Sitzung am Donnerstag, 18. Juni 2026, einen Dring­lich­keits­antrag gestellt. Von Bruno Stubenrauch Kongress und Hotel ohne Parkhaus (Foto: DAZ) Im Antrag fordern die Grünen von der Verwaltung Auskunft über […]

gesamten Beitrag lesen »



Bezahlbares Wohnen: Zwei Fraktions­gemeinschaften wollen Augsburger Weg

Weil staatliche Förder­mittel für einkommens­orientiert geförderte Wohnungen nicht ausreichen, erlahmt der Wohnungs­bau in Augsburg. Die Fraktions­gemeinschaften SPD/ÖDP/Volt und Generation AUX/FDP/Die Partei wollen mit einem gemeinsamen Antrag eigene städtische Lösungen schaffen. Von Bruno Stubenrauch Symbolbild Augsburg leidet seit Jahren unter einem Mangel an bezahl­barem Wohn­raum. Die Förder­mittel des Frei­staates für sogenannte EOF-Wohnungen – einkommens­orientiert geförderte Wohnungen […]

gesamten Beitrag lesen »



CSU will Wohnungsbau retten: Neue Modelle für fehlende Förderung

Die CSU-Stadtratsfraktion hat einen Antrag an Ober­bürger­meister Dr. Florian Freund gestellt: Wenn staatliche Förder­mittel für einkommens­orien­tierte Miet­wohnungen ausbleiben, sollen flexible Alternativ­modelle den Wohnungsbau in Augsburg trotzdem ermög­lichen – ohne Abstriche beim bezahl­baren Wohnen. Von Bruno Stubenrauch Symbolbild Seit rund zehn Jahren setzt Augsburg auf die koope­rative Bauland­ent­wicklung: Bei neuen Wohnbau­projekten müssen 30 Prozent der Wohnungen als dauerhaft […]

gesamten Beitrag lesen »



Dr. Christian Gerlinger ist neuer Geschäftsführer der SPD/ÖDP/Volt-Fraktion

Die Fraktionsgemeinschaft SPD/ÖDP/Volt im Augsburger Stadtrat hat einen neuen Geschäfts­führer: Dr. Christian Gerlinger. Er folgt auf Michael Egger, der ins OB-Referat gewechselt ist. Gerlinger ist seit 2015 bei der Stadt Augsburg beschäftigt und war unter anderem persön­licher Referent von Bürger­meister Dr. Stefan Kiefer sowie im Sozial­referat für die Asyl­unter­bringung zuständig. Von Bruno Stubenrauch „Mit Dr. Christian Gerlinger […]

gesamten Beitrag lesen »



Fraktionsgemeinschaft setzt sich für Erhalt des Café Neruda ein

Der plötzliche Tod von Fikret Yakaboylu, dem Gründer und lang­jährigen Betreiber des Kulturcafés Neruda, hat in Augsburg tiefe Betroffen­heit ausgelöst. Bei der heutigen Trauerfeier würdigte auch die Fraktions­gemein­schaft SPD/ÖDP/Volt sein Lebenswerk. Gleich­zeitig zeichnet sich ein neuer Anlauf ab, den einzig­artigen Begeg­nungs­ort zu erhalten. Von Bruno Stubenrauch „Das Kulturcafé Neruda ist ein ganz besonderer Ort. Hier […]

gesamten Beitrag lesen »



Generation AUX fordert Neustart für Augsburgs Festivalpolitik

Die Diskussion um die Zukunft des Modular-Festivals ist für Generation AUX Anlass, die gesamte Augsburger Festival- und Event­landschaft grund­legend zu hinter­fragen. In einer Presse­mit­teilung fordert die Gruppie­rung eine strate­gische Neuauf­stellung der Kultur- und Festival­politik – und warnt davor, lediglich bestehende Strukturen zu verwalten. Von Bruno Stubenrauch Symbolbild „Ein einfaches ‚Weiter so‘ reicht nicht mehr aus“, […]

gesamten Beitrag lesen »



FDP begrüßt Grünes Licht für neue ICE-Trasse Augsburg–Ulm

Der Bundestag hat den Weg für die milli­arden­schwere Neubau­strecke zwischen Augsburg und Ulm frei­gemacht. Die FDP Augsburg begrüßt die Ent­scheidung und fordert nun Tempo bei der Umsetzung. Ein Blick auf die wich­tig­sten Fakten. Von Bruno Stubenrauch Der Bundestag hat am 21. Mai 2026 grünes Licht für die weitere Planung zum Aus- und Neubau der ICE-Strecke zwischen […]

gesamten Beitrag lesen »



Kurz vor Stadtratssitzung: Antrag auf Vertagung der neuen Beauftragtenposten

Wenige Stunden vor der Sitzung des Augsburger Stadtrats am heutigen Donnerstag, 21. Mai, ist ein Antrag auf Vertagung des Tages­ordnungs­punktes zur Bestellung neuer Beauf­tragter des Stadtrats einge­gangen. Er wurde am 20. Mai um 23:52 Uhr von Stadtrat Roland Wegner (V-Partei³) eingereicht. Von Bruno Stubenrauch Konkret betrifft der Antrag TOP 3.3 der öffent­lichen Sitzung am 21. Mai um 14.30 Uhr, bei […]

gesamten Beitrag lesen »



Stadtrats-„Diäten“: V-Partei³ fordert Kürzungen

Am Donnerstag, 21. Mai, entscheidet der Augs­burger Stadtrat über die Aufwands­ent­schädi­gungen seiner Mit­glieder. Während die Ver­waltung lediglich tech­nische Aktu­ali­sierungen der Ent­schädi­gungs­satzung vorschlägt, will die V-Partei³ eine echte Reform und eine Million Euro in der sechs­jährigen Wahl­periode einsparen. Von Bruno Stubenrauch Gemäß Beschlussvorschlag soll die monat­liche Grund­ent­schädi­gung auf 1.780 Euro fest­gesetzt werden, die dann wie bisher auto­matisch jährlich […]

gesamten Beitrag lesen »