DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Donnerstag, 08.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Aus dem Ausschuss

Stadt will Rückfallregelung für geförderten Wohnungsbau

Weil der Freistaat nicht genügend Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau bereitstellt, will die Stadt Augsburg ihre Verträge mit Bauträgern um eine Rückfallregelung ergänzen. Drei Modelle stehen zur Wahl.

Von Bruno Stubenrauch

DAZ-Infografik

Seit rund zehn Jahren verfolgt die Stadt Augsburg mit einer kooperativen Bauleitplanung das Ziel, bei größeren Wohnungsbauprojekten auch geförderten Wohnraum zu schaffen. Grundlage dafür ist der Grundsatzbeschluss III zur Anwendung des Instruments des städtebaulichen Vertrags in Augsburg vom 23. April 2020, der unter anderem Vorgaben für die Schaffung preisgünstigen Wohnraums macht.

Nach der derzeit geltenden Regelung sind grundsätzlich 30 Prozent der auf Wohnnutzungen entfallenden Geschossfläche für geförderten Wohnungsbau vorgesehen. Doch die dafür notwendigen Fördermittel des Freistaats sind knapp.

Förderung kann Bauprojekte ausbremsen

Seit 2025 entscheidet das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr zentral über die Förderzusagen. Die Stadt kann deshalb nicht garantieren, dass für ein Projekt rechtzeitig Fördermittel zur Verfügung stehen.

Nach Angaben der Verwaltung könnten neue Projekte in Augsburg möglicherweise erst wieder ab 2029 bewilligt werden. Das führt zu einem Problem: Die Stadt verlangt von Bauträgern geförderten Wohnungsbau, kann die dafür erforderliche Förderung aber nicht sicherstellen. Im ungünstigsten Fall könnte dadurch auch der Bau der übrigen, nicht geförderten Wohnungen eines Projekts blockiert werden. Die Verwaltung will deshalb eine Rückfallregelung in städtebaulichen und Bauturbo-Verträgen verankern.

Drei Alternativen

Grundsätzlich bleibt der geförderte Wohnungsbau der Regelfall. Der Bauträger muss rechtzeitig einen Förderantrag stellen, die Stadt meldet das Projekt beim Freistaat an. Wird die Förderung bewilligt, gelten die bisherigen Verpflichtungen.

Bleibt die Förderung aus, soll der Bauträger künftig entweder auf einen späteren Förderzeitraum warten oder das Vorhaben bereits beginnen können. In diesem Fall wird die Verpflichtung zum geförderten Wohnungsbau durch eine andere soziale Bindung ersetzt.

  • Variante 1: Verkauf an die Wohnbaugruppe
    Die betroffenen Wohnungen könnten von der Wohnbaugruppe Augsburg Leben GmbH gekauft und dauerhaft in deren Bestand übernommen werden. Voraussetzung wäre ein wirtschaftlich tragfähiger Kaufpreis.
  • Variante 2: Geld statt Bindung
    Der Bauträger könnte die Wohnungen ohne besondere Miet- oder Eigentumsbindung errichten und dafür einen finanziellen Ausgleich an die Stadt zahlen. Die Mittel sollen zweckgebunden für günstigen Wohnraum eingesetzt werden, etwa über die Wohnbaugruppe oder für den Erwerb von Grundstücken.
  • Variante 3: Preisgedämpfte Mietwohnungen
    Die Wohnungen müssten für die vereinbarte Bindungsdauer Mietwohnungen bleiben und dürften nicht in Eigentumswohnungen aufgeteilt werden. Die zulässige durchschnittliche Kaltmiete beim Erstbezug soll sich am jeweils geltenden Mietspiegel orientieren. Mieterhöhungen wären frühestens nach fünf Kalenderjahren möglich.

Die Verpflichtungen sollen unter anderem durch Grundbucheinträge, Auskunftspflichten und Vertragsstrafen abgesichert werden. Für die betroffenen Wohnungen ist eine Durchführungsfrist von vier Jahren vom förderschädlichen Baubeginn bis zur Bezugsfertigkeit vorgesehen.

Vorlage nach Hearing konkretisiert

Die konkrete Ausgestaltung der Rückfallregelung wurde erst nach einem Hearing mit der Immobilienbranche vorgelegt. In der ursprünglichen BSV/26/00459 hatte die Verwaltung noch angekündigt, die Beschlussvorlage im Anschluss an das am 15. September stattfindende „Hearing zur künftigen Ausgestaltung einer Rückfallregelung“ nachzureichen.

Die nun vorliegende Tischvorlage BSV/26/00459-2 enthält die ausführliche Regelung mit den drei möglichen Alternativen. Ob und in welchem Umfang konkrete Anregungen aus dem Hearing in die neue Fassung eingeflossen sind, geht aus der Tischvorlage allerdings nicht hervor.

Der Jugend-, Sozial- und Wohnungsausschuss berät die Vorlage am 21. September. Die abschließende Entscheidung soll der Stadtrat am 24. September treffen.

gesamten Beitrag lesen »



MAN-Brücke: Untersuchungsergebnis erst im November

Wegen vermuteter Mängel am Spannstahl müssen Autofahrer auf der MAN-Brücke seit August mit Verkehrsbeschränkungen leben. Im Bauausschuss stellte das Mobilitäts- und Tiefbauamt am Donnerstag den aktuellen Stand vor: Die vertiefenden Untersuchungen werden erst im November vorliegen. Zugleich sieht die Stadt nach derzeitiger Einschätzung keine Gefahr eines plötzlichen Versagens. Von Bruno Stubenrauch Soll aufgehoben werden: Breitenbeschränkung […]

gesamten Beitrag lesen »



Hallstraße wird zur Fahrradstraße

Die Hallstraße soll zwischen den beiden angrenzenden Schulen verkehrsberuhigt werden. Der Bau-, Hochbau- und Tiefbauausschuss soll am Donnerstag, 17. September, die dafür notwendige straßenrechtliche Abstufung eines Teilstücks beschließen. Von Bruno Stubenrauch Lageplan der Hallstraße: Die gelbe Fläche soll als Fahrradstraße ausgewiesen werden (Quelle: Stadt Augsburg, Anlage 1 zur öffentlichen Beschlussvorlage BSV/26/00229-1) Die Hallstraße soll künftig weniger […]

gesamten Beitrag lesen »



Igel-Schutz vor Mäh­ro­bo­tern: All­ge­mein­ver­fü­gung steht vor der Be­kannt­ga­be

Nach mehr als einem Jahr Vorlaufzeit soll die All­ge­mein­ver­fü­gung zum Verbot nächt­li­cher Mäh­ro­bo­ter-Ein­sät­ze in Augsburg nun endlich in Kraft treten. Sie soll Igel und andere nacht­ak­ti­ve Klein­tie­re schützen. Von Bruno Stubenrauch Mäh­ro­bo­ter erledigen nachts leise ihre Arbeit – für Igel und andere kleine Wildtiere können sie dabei aber zur tödlichen Gefahr werden. Die nacht­ak­ti­ven Tiere […]

gesamten Beitrag lesen »



Augsburger Stadt­bäume: Posi­tive Bilanz trotz Klima­wandels

Das Amt für Grün­ord­nung ver­zeich­net für die ab­ge­lau­fe­ne Pflanz­pe­ri­o­de ein deut­li­ches Plus beim städ­ti­schen Baum­be­stand. Mit mo­der­ner Di­gi­tal­tech­nik und ge­ziel­ten Nach­pflan­zun­gen stellt die Stadt die Wei­chen für ein nach­hal­ti­ges Stadt­grün. Von Bruno Stubenrauch Im Som­mer ein wich­ti­ger Schat­ten­spen­der: Der städ­ti­sche Ein­zel­baum­be­stand in Augsburg wächst kon­ti­nu­ier­lich wei­ter. (Bild: DAZ) Die Stadt Augsburg kann für die Pflanz­pe­ri­o­de […]

gesamten Beitrag lesen »



Augsburger Wahrzeichen als Dauer­baustelle

Warum die Sanierung des Perlachturms teurer und länger wird Die Sanierung des Augsburger Perlachturms entwickelt sich zu einer Gedulds­probe für Stadt­politik und Bürger. Laut Beschluss­vorlage für den Bau­ausschuss am Donners­tag klettern die Gesamt­kosten für das Großprojekt auf knapp 11 Milli­onen Euro. Auch der Zeitplan gerät weiter ins Wanken: Mit einer Fertig­stellung ist erst im Frühjahr 2028 […]

gesamten Beitrag lesen »



FDP und Pro Augsburg gegen Verbot von Kurzzeit­vermietung

In Augsburg wird die Diskussion um eine Zweck­ent­fremdungs­satzung aktuell sehr intensiv geführt. Die Grünen sind dabei die treibende Kraft hinter dieser Forderung, stoßen jedoch auf politischen Widerstand. Jetzt melden sich auch FDP und Pro Augsburg zu Wort. Von Bruno Stubenrauch ​Kern der Grünen Forderung ist eine Satzung, die es der Stadt ermöglicht, rechtlich gegen die […]

gesamten Beitrag lesen »



ÖDP-Stadtrat Pettinger kritisiert Umgang mit Hochtrassen-Antrag für Linie 5

Die Debatte um innovative Lösungen für den Augsburger Nahverkehr erreicht die politischen Gremien – allerdings nicht so, wie es sich der Antrag­steller erhofft hatte. ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger kritisiert im Vorfeld der kommenden Sitzung des Bau­aus­schusses am 12. Februar den Umgang mit seinem Vorstoß zur Prüfung einer Hochtrasse für die Linie 5. Von Bruno Stubenrauch Schwebetram (Symbolbild) Pettinger […]

gesamten Beitrag lesen »



Schlagabtausch um „Herz-OP für die Tram“: ÖDP-Stadtrat kritisiert Stadt­verwaltung

Die Debatte um das Bürger­begehren „Tram-Ring natürlich – Herz-OP für die Tram“ erreicht die nächste Stufe. Nachdem die Stadt Augsburg und die Stadt­werke (swa) am 4. Februar in einer umfang­reichen Tisch­vorlage im Wirt­schafts­aus­schuss die Pläne für einen Straßen­bahn­ring um die Altstadt als kaum umsetzbar und zu teuer eingestuft haben, geht die ÖDP nun in die Offensive. […]

gesamten Beitrag lesen »



Bewohnerparken im Antonsviertel kommt

Der Bauausschuss hat am Donnerstag die Einführung eines Park­raum­manage­ments für das Antons­viertel beschlossen. Ziel ist es, den hohen Parkdruck im Quartier zu reduzieren und mehr Ordnung sowie Entlastung für Anwohner zu schaffen. Von Bruno Stubenrauch Das Konzept umfasst ausschließlich für Bewohner aus­ge­wiesene Stell­plätze, Kurzzeit­parkzonen mit Parkscheibe sowie eine gebühren­pflichtige Bewirt­schaftung des Parkplatzes an der Erhard-Wunderlich-Sporthalle. […]

gesamten Beitrag lesen »